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Neue Twitter-Werbung: innovativ und ausbaufähig?

3. Juni 2009

Was habe ich mit Luca Toni und dem FC Bayern zu tun?

Gerade nutze ich die bei mir arbeitstechnisch meist weniger effektive Mittagszeit, um einen Blogartikel über Experten und Pseudoexperten zu schreiben, da stolpere ich über etwas, das meine Schreibpläne ändert:

Twitter-Werbung als Banner

Unter normalen Umständen würde mir eine solche Meldung gar nicht auffallen, aber vor ein paar Tagen habe ich hier einen tweet von mir in merkwürdigem Kontext gefunden:

Twitter-meint-dazu-Banner auf zeitong.de

Bringe ich beides zusammen, erschließt sich allmählich die Intention der neuen Vermarktungsidee: Ähnlich wie ein Adsense-Banner soll es wohl künftig ein Twitter-Banner geben, in dem sich Twitter-Nutzer positiv über bestimmte Produkte oder Dienstleistungen äußern.

Grundsätzlich finde ich die Idee ja genial – so können Testimonials zeitnah und automatisch generiert werden. Zur Zeit befindet sich das Twitter-Advertising-Projekt wohl noch in der Testphase. Es ist auf Nutzer des Firefox-Plugins „Power-Twitter“ beschränkt. Im vorliegenden Beispiel ist auch kaum vorstellbar dass der Seitenbetreiber von zeitong.de etwas für die Einblendungen zahlt.

Das wirft die Frage auf, wer überhaupt dafür zahlen soll. Vergleicht man es mit den Adwords-Anzeigen die in den Adsense-Bannern dargestellt werden, dann müsste ja der zitierte Twitter-Nutzer zahlen. Das ist beim „Twitter-meint-dazu-Banner“ wohl kaum sinnvoll. Bleibt also die Variante, dass der zahlende Kunde derjenige ist, der sein Produkt oder seine Dienstleistung durch die Fürsprache der Twitter-Gemeinschaft bewerben möchte.

Immerhin bin ich nicht gefragt worden, ob ich mit der Veröffentlichung meines Tweets im Werbekontext einverstanden bin. Auch in den Twitter-AGB (Terms of Service) finde ich dazu keine eindeutige Aussage. Es ist erlaubt und sogar erwünscht, die eigenen Tweets mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Plugins auf anderen Websites, z.B. dem eigenen Blog, Myspace, Facebook, etc. zu veröffentlichen. Bedeutet das im Umkehrschluss aber, dass jeder meine Tweets in einem werbenden Zusammenhang ungefragt benutzen darf?

Trotz dieser Bedenken, könnte diese Art der Werbung ein tragfähiges Geschäftsmodell für die Twitter-Betreiber sein. Im Marketing gibt es kaum eine stärkere Kraft als die Mund-zu-Mund-Propaganda. Diese wirkt meiner Erfahrung nach am besten, wenn sie ungefragt und unbezahlt erfolgt.

An der Relevanz der im Twitter-Advertising-Banner zitierten Tweets muss wohl auch noch gearbeitet werden. Das dürfte sicher auch eine der größten Herausforderungen sein: automatisch relevante und positive Tweets zur Bewerbung des angebotenen Produkts oder der angebotenen Dienstleistung aus dem kontinuierlichen Strom an Tweets herauszufiltern. Denn schließlich nützt es dem Werbetreibenden wenig, wenn zwar das Keyword enthalten ist – z.B. „Vitaldrink XY“, aber der zugehörige Text lautet: „Habe gerade den neuen Vitaldrink XY probiert – der schmeckt einfach grauenvoll.“

Natürlich habe ich mich auch gefragt, was mein Tweet mit Fußball im Allgemeinen und Marcello Lippi, Luca Toni, dem FC Bayern München oder dem Confederations-Cup im Besonderen zu tun hat. Die Lösung findet sich weiter unten auf der Seite:

Twitter-Advertising-Basketball

Auf meiner „hier kocht“ – Seite schreibe ich über meine Tätigkeit als Mentaltrainer bei einem Basketball-Bundesligisten. Das ist die einzige Verbindung, die ich zwischen meinem Tweet und der Seite, auf der er zitiert wird, herstellen kann. Das würde bedeuten, dass nicht nur der Inhalt des Tweets ausgelesen wird, sondern auch der verlinkte Inhalt. Grundsätzlich beeindruckend – nur wie soll sich hier der positive und relevante Kontext automatisch finden lassen?

Wäre es Dir Recht, wenn Deine Tweets ungefragt in solchen Werbebannern als positive Fürsprache für ein Produkt oder eine Dienstleistung genutzt würden, um die Twitter-Nutzung weiterhin kostenlos zu ermöglichen?

P.S. Den Pseudoexperten-Artikel gibt’s dann später irgendwann. Jetzt geh’ ich erst mal ‘ne Runde radeln.

4 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. 3. Juni 2009 2:59 pm

    Irgendein Opfer werden wir bringen müssen. Hauptsache, Twitter bleibt für uns kosttenlos. Ich denke, indem man sein Profil schützt, werden eigene Tweets auch vor Vermarktung geschützt.

    Allerdings ist so eine Publikation auch für uns gut (Follower werben.

    Gruß,
    RatzE

  2. 3. Juni 2009 3:21 pm

    Ich finde den Automatismus bei zeidong pervers, siehe mein Post da oben

    http://mikelbower.de/blog/index.php/c76/wie-pervers-ist-das-denn

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